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Dienstag, 2. August 2022

Wer bestäubt meine Fuchsien?

Insektensterben ist ein verbreitetes und aktuelles Thema. Viele bekannten Blumen werden angepriesen, die anderen abgetan. So lese ich "Geranien und Fuchsien z. B. sind für die Insekten wertlos."  
 
Dazu erzähle ich meine kleine Geschichte.
 
Mein Balkon war lange Zeit einfach nur seelenlos, d.h. ohne Pflanzen. Da ist zwar reichlich Platz für Blumen, aber die Ausrichtung ist etwas ungünstig. In diesem Jahr habe ich beschlossen, ein Stück von meinem Garten auf den Balkon zu bringen. Nach der Bienenweide im Hochbeet, wilder Insektenwiese und dem Rasengarten ist es ein weiterer Beitrag von mir für die Natur. 
 
Meine Lieblingsbalkonpflanze ist die altbekannte Fuchsie. Nicht nur die Geschichte ihrer Entdeckung finde ich faszinierend, sondern auch die Pflanze selbst. Die ungewöhnliche Form der Blüten und vor allem die vielfältigen Farben haben etwas Märchenhaftes in sich. Also habe ich meinen Balkon auch mit Fuchsien belebt und stellte kurze Zeit später fest, sie tragen viele Beeren. Sie schmecken zwar nach nichts, aber es sind so viele, dass ich daraus Marmelade kochen könnte. 
 
WER bestäubt bitte meine Fuchsien?
Sie sind doch für Insekten wertlos...
 
Seit zwei Monaten beobachte ich auf dem Balkon eine "alleinstehende" Wespe. Jedes Mal, wenn sie mich sieht, kommt sie mich zu begrüßen.  Dabei verhält sie sich ganz ruhig, einfach nur neugierig. Das ist mittlerweile ganz normal geworden, ich betrachte sie als meine nette Mitbewohnerin und finde sie toll. Sie zu beobachten ist besser als jedes Fernsehprogramm! Schon mehrmals versuchte ich, ein Bild von ihr zu machen. Aber wie bei allen Insekten ist das nicht einfach.
 
Sie lebt irgendwo im Topf der Zwergheidelbeere, die auch auf dem Balkon steht und ich wollte natürlich wissen, wovon sie sich ernährt, ob sie auch an meine Blumen geht. Irgendetwas muss sie doch "fressen".

Sie hat mich ziemlich überrascht - genau wie ich liebt sie Fuchsien! Meine nette Mitbewohnerin bestäubt sie sehr-sehr gerne und ist auch sehr fleißig dabei
Zum Glück sind mir doch ein paar Bilder gelungen, zwar nicht besonders gut, aber die schwarzen Streifen am Hinterleib sind deutlich zu erkennen. Um diese Wespenart zu bestimmen, habe ich mich auf der super informativen Seite "Aktion-Wespenschutz" umgesehen. Die Beschreibung der Sächsischen Wespe passt genau zu meiner Balkon-Mitbewohnerin, nur lebt sie halt alleine. Vielleicht ist das ein Solitärinsekt, das weiß ich nicht.
 
Aber eins weiß ich ganz bestimmt:
Es lohnt sich, die Natur näher zu betrachten. Dabei entdeckt man oft ungewöhnliche Dinge und man kann sogar eine einzigartige Freundschaft mit der Wespe schließen.

Sonntag, 26. Juni 2022

Ein Baum - ein Leben

Eine Blogreihe
 
Nach wie vor glaube ich, das ist eine Schwarz-Pappel. So sah der Baum noch im Mai aus und man konnte schon erahnen, das es bald "schneien" wird.
Und heute lag der ganze "Schnee" auf dem Boden - die Blütezeit ist vorbei...
Um diesen Baum herum ist immer was los! Diesmal war ich von vielen Wassertieren überrascht, als ob sie sich extra verabredet haben. Es war sehr friedlich und harmonisch.
Auf diesem Foto sieht man noch kaum etwas und jetzt kommen die Details: Zwei Schildkröten, die ich hier noch nie gesehen habe; eine Bisamratte und einige Wasservögel. Das Bild wechsechlte sich ständig und erzählte kleine Geschichten.
Und jetzt von vorne!
Als ich mit Fotografieren beschäftigt war, landete neben mir eine riesengroße Liebelle. Ganz ehrlich - WO sind ihre Augen?
Auf dem Weg nach Hause kam mir ein schöner Gedanke - ich habe nicht nur tolle Bilder mitgenommen, sondern auch ein Stück Frieden, den diese Tiere mir geschenkt haben...

Sonntag, 10. April 2022

Ein Baum - ein Leben: Genialität der Natur

 Eine Blogreihe
 
Heute ist ein perfekter Tag für ausgedehnten Spaziergang. Meinen Baum habe ich schon lange nicht mehr gesehen und dachte mir, da gibt's bestimmt etwas Neues zu entdecken! Dort ist nämlich immer viel los.
Tatsächlich. Die Narzissen zeigten sich in voller Pracht und die schöne Gans hat schon eine Familie gegründet. Die Nilgänse bei uns in der Region sind die ersten, die Nachwuchs bekommen. In manchen Jahren sieht man die Kleinen schon im Februar.  
Und mein Lieblingsbaum fängt schon an zu blühen. Die kleinen Kätzchen wollen hoch hinaus. Also doch eine Pappel?...
Am Baumfuß blüht ganz gemütlich der Gundermann
(altbewährte Heilpflanze), von wilden Hummeln und Bienen sehr beliebt. Diese blaue Farbe finde ich wunderschön!
Ich stehe gerne an diesem großen Baum und genieße die Schönheit der Natur

Dabei dachte ich mir - die Natur ist die beste Designerin, die man sich vorstellen kann! Eine einfache Köcherfliege hat Flügel, die im Sonnenschein, wie das glänzende Mosaikglas aussehen. Diese Flügel sind so genau kreiert, dass die Fliege fliegen kann. Sie sind nicht zu leicht oder zu schwer, nicht zu lang, nicht zu kurz, sondern genau richtig für einen Flug.
Das Design der Natur ist nur ein Teil ihrer unendlichen Genialität. In jeder Kreatur ist alles genau durchdacht: Ergonomie, Konstruktion, Funktionalität, Form, Farbe, sogar Geruch, ganz zu schweigen von Schönheit.   

Auch die Natur selbst ergibt einen Sinn - alles dreht sich nur ums LEBEN! Ein  Kreislauf, in dem jedes Geschöpf für ein weiteres Leben sorgt.

Dienstag, 1. März 2022

Ein Baum - ein Leben

Eine Blogreihe, die sicherlich viel Spaß machen wird.
 
Die Maulwurfhügel, die ich letztens vor dem Baum entdeckt habe, sind mehr geworden. Also sind die Maulwürfe auch in kalten Tagen aktiv. Ich wusste gar nicht, dass sie gar keinen Winterschlaf haben. Sie gehen einfach tiefer unter die Erde und suchen dort nach Nahrung. Wenn man sich intensiv mit Natur beschäftigt, staunt man immer wieder, wie faszinierend ihre Lebewesen sind. 
 
Das Maulwurfleben ist einzigartig und voller Wunder. Allein das, dass er unter der Erde so lange aushalten kann, ist schon phänomenal. Mutter Natur hat ihn mit allem ausgerüstet, damit er keine Probleme mit Sauerstoff bekommt.  
 
Zwischen den Maulwurfhügel lagen noch alte Blätter und Äste. Da habe ich mich gefragt, welcher Baum ist es überhaupt? 
Diese Blätter erinnern mich an eine Pappel, aber es gibt mehrere Arten. Welche ist es? Ich vermute mal eine Schwarzpappel. Im Frühjahr weiß ich mehr.
 
Und heute habe ich schon den ersten Zitronenfalter gesehen.  

Samstag, 22. Januar 2022

Ein Baum - ein Leben: Unsere Bekanntschaft

Das ist eine Blogreihe, die sicherlich viel Spaß machen wird.
 
An einem trostlosen Herbsttag passte einfach alles zusammen: viel Stress, komisches Wetter und schlechte Laune. Um mich abzureagieren, bin ich nach Hause durch den Park gelaufen. Ich hatte das Gefühl gleich zu explodieren und lief im schnellen Tempo. Meine Füße bewegten sich automatisch. Ich war voll in meinen trüben Gedanken vertieft, als ich plötzlich vor einem Baum stand. Keine Ahnung, wie das passierte. Dieser Baum war abseits von gewohntem Weg, direkt am kleinen malerischen See.

Ich sah den dicken dunkelbraunen Baumstamm vor meinen Augen, bunte Blätter in schönsten Farben und auf einmal wollte ich gar nicht weiterlaufen...
 
Die Ruhe, die von diesem Riesen ausging, hat meine Gedanken in eine andere Richtung gebracht. Ich lehnte mich mit dem Rücken an den Baum an und schaute in den Himmel. Kleine weißen Wolken bewegten sich ganz langsam und widerspiegelten sich im stillen Wasser. Es war so friedlich.
 
Ich war aber nicht alleine da. Eine neugierige Nilgans kam auf mich zu und schaute mich so an, als ob sie fragen wollte "Was geht ab, äh?"
Die Zeit hat kurz angehalten und schenkte mir ein Lächeln. Es war einfach schön, da zu sein und diesen Augenblick der Stille zu genießen. Danach fühlte ich mich deutlich besser! Und abends stellte ich fest, dieser Baum lässt mich nicht mehr los. Die Erinnerung an den schönen Moment der Ruhe heiterte mich auf. Ich wollte diesen Baum irgendwann mal wieder besuchen.

Vor kurzem war ich wieder dort im Park und habe mich gefreut, meinen Baumfreund zu sehen. Jetzt steht er ohne seine Blätterpracht. Umso besser kommt seine beeindruckende Größe zur Geltung.  
Diesmal hat er eine Gesellschaft von fleißigen Maulwürfen bekommen. Sie wagten sogar ganz dicht unter seinen Wurzeln zu graben. Als ich das gesehen habe, dachte ich mir "Hier ist immer etwas los." Und so kam mir die Idee, diesen Baum durch das Jahr zu begleiten; auf die Geschichten, die er mir erzählt, zu lauschen; und das bunte Treiben drum herum zu beobachten.