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Montag, 18. Oktober 2021

Vorbereitung für die kalte Jahreszeit: Oxymel - Kräutertinkturen

Oxymel besteht aus Essig (oxos) und Honig (meli) und gehört zu den alten Heilmitteln. Das ist ein neues Thema für mich und weil ich Honig sehr liebe, wollte ich natürlich auch Oxymel ausprobieren. Kräutertinkturen ohne Alkohol finde ich auf jeden Fall besser. Heute hatte ich Zeit und Lust, meine Oxymel-Tinkturen anzusetzen. Dafür habe ich besondere Kräuter ausgesucht:
Eleutherococcus senticosus (Borstige Taigawurzel) - wirkt sehr gut gegen Müdigkeit, depressive Stimmung im Winter und stärkt Immunsystem
Duftrose von David Austin "Munstead Wood" aus meinem Garten - hat beruhigende und aufhellende Wirkung, auch zum Verfeinern von Speisen gut geeignet
Cistus ladanifer (Lack-Zistrose) - ist antibakteriell, antiviral, baut Abwehrkräfte auf und unterstützt die Atemwege
Das sind nur einige Eigenschaften von diesen Heilpflanzen, die ich genannt habe. Sie wirken ganzheitlich und das ist das Schöne daran. Meine Oxymel-Kräutertinkturen stehen erstmal ein paar Wochen dunkel im Schrank und ich bin gespannt, was daraus wird.

Sonntag, 25. Juli 2021

Spaziergang und süße Geschichte

Es war ein schöner Spaziergang durch den Ort, den ich sehr gut kenne. Zu meiner Überraschung habe ich ganz neue Sachen entdeckt, die ich wohl früher übersehen habe. Mein Augenmerk war heute besonders auf die "künstlerische Aussage" verschiedener Dinge gerichtet. Wie diese tolle Bank:
Die schwungvollen Linien finde ich super! Auch die Patina passt perfekt dazu.
Irgendwo am Straßenrand sah ich dieses "Zaungebilde" und war von der Farbkombination total fasziniert! Wahrscheinlich hat jemand einfach wild die Farben ausprobiert, aber für meine Augen - ein Fest!
Und zu diesem Baumstumpf, der mich mit seinen Schmetterlingen verblüfft hat, gibt es eine kleine Geschichte mit dem Rätsel, das ich heute endlich gelöst habe.
In diesem Winter am 19. Februar ging ich mal durch meine Lieblingsgegend spazieren und war entsetzt, folgende Szene zu beobachten.
 
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort und auch noch mit der Kamera! Die Tat: Ein alter Baum wurde gefällt. Der Tatort: Der Kreuzweiher in Odenkirchen. Irgendwann mal stehen da keine Bäume mehr. Und nicht nur dort…
 
In den letzten Jahren waren so viele Bäume in unserer Stadt gefällt wie noch nie zuvor! Sogar reihenweise in mehreren Parkanlagen. Als Laie kann ich das nicht nachvollziehen und manchmal kommt mir das wirklich seltsam vor, aber ich werde nicht gefragt und informiert schon gar nicht.
 
Für mich sah der Baum intakt aus. Das war ein Riese und es tat mir echt leid, dass er ohne scheinbaren Grund gefällt wurde. Ich versuchte mich zu erinnern, was das für ein Baum war, weil wir am Kreuzweiher tolle Bäume haben, die wirklich sehr alt sind. Ich konnte mich beim besten Willen nicht danach erinnern! Auch die Fotos im Internet haben mich nicht weiter gebracht. Und heute freute ich mich wie ein Kind - der Baum lebt weiter und seine Lebenskraft hat auch mein Rätsel gelöst. Das ist ein Silber-Ahorn Acer saccharinum! Und wie der schöne Name sagt, der Saft von diesem Silberahorn ist süß und wird auch gerne zum Ahornsirup verarbeitet. Eine kleine süße Geschichte...

Sonntag, 16. Mai 2021

Hallo Linkswinder!

Wo seid ihr?

Wer sucht, der findet ;-) Ich habe ganz tolle Sachen gefunden!

Aber mal langsam. Eigentlich wollte ich in meinem Garten wieder die schöne Mina haben. Sie ist apart und von Insekten sehr beliebt. Irgendwie hatte ich im Kopf, dass Sternwinde (Mina lobata) ein Linkswinder ist, d.h. sie bewegt sich beim Wachsen nach links. Das gab mir keine Ruhe und ich musste mich mit diesem Thema auseinandersetzen.
In meinem Buch über die Pflanzen steht folgende Erklärung für Linkswinder: Werden die Pflanzen von oben betrachtet (botanische Sichtweise), bewegen sich die Linkswinder entgegen dem Uhrzeigersinn um ihre Stütze, also links herum. Blickt man allerdings entsprechend der Wuchsrichtung der Pflanze von unten nach oben, so winden sich die Sprosse der Linkswinder mit dem Uhrzeigersinn in einer Rechtsschraube nach oben.

Ich bin keine Wissenschaftlerin, aber eine sehr neugierige Person und wollte mehr wissen. Es gibt ja nicht nur Links-, sondern auch Rechtswinder und die "Unentschlossenen", die ihre Winderichtung beliebig wechseln. Die meisten Windepflanzen sind Linkswinder.

Meine nächste Frage war - warum?
Ich dachte, es muss doch eine Erklärung dafür geben. 
Was die Natur betrifft, versuche ich "global" zu denken, um die Zusammenhänge zu verstehen.
 
Kann sein, dass unser Planet die Winderichtung von Pflanzen beeinflusst?
Und so habe ich gelernt - die Erde dreht sich gegen den Uhrzeigersinn, nicht nur um die eigene Achse, auch um die Sonne (habe ich in der Schule nicht aufgepasst?). Und nicht nur die Erde, alle Planeten in unserem Sonnensystem!

Und warum?
So wollte der Zufall bei dem Urknall... oder der liebe Gott. 
Tja, die Japaner haben herausgefunden - das Gen "Lefty" ist für dieses Phänomen verantwortlich.
Also drehen sich die schöne Mina und die Erde in eine Richtung, eben links ;-) Ob es hier tatsächlich einen Zusammenhang gibt, weiß ich nicht, aber ich habe sehr viel gelernt! Sogar ein tolles Buch online gefunden "Über das Winden der Pflanzen: Eine botanisch-physiologische Abhandlung" von Ludwig Heinrich Palm, 1827. 
Faszinierend!  

So kann man mit den Pflanzen lernen! Und jetzt wächst bei mir auch eine Mina und hier sieht man ganz gut, wie sie sich dreht.

Dieses Jahr erlebte ich mit den Samen von Sternwinde eine bittere Enttäuschung. Ich habe sie von Privat gekauft, von 10 ist nur 1 durchgekommen. Vermutlich waren sie zu alt. Egal, ich hoffe diese eine Mina-Pflanze überlebt und beglückt fleißige Hummel, Bienen und Co. mit ihrem Nektar!

Freitag, 12. März 2021

Herr Grünspecht und Herr Winter

Sie mögen sich nicht besonders, obwohl Herr Winter vom linken Niederrhein ein toleranter Zeitgenosse ist. Früher war das aber nicht so…

Auch er war ziemlich streng und eiferte seinen großen Vettern aus Sachsen und Bayern nach. Ja, die Zeiten ändern sich, nichts bleibt so wie früher. Unter stetigem Einfluss vom gewissen Herr Dr. Klimawandel ist Herr Winter vom linken Niederrhein sehr schwach geworden. Er hat keine Lust mehr seinen Pflichten nachzukommen und das freut natürlich Herrn Grünspecht! So tobt er sich gerne auf den grünen Wiesen aus und macht, was er will. Er ist nämlich ein Exzentriker, dazu noch sehr wählerisch, ein echter Gourmand, den man nicht so schnell zufrieden stellen kann.

Also kommt Herr Grünspecht mittlerweile auch mit Herrn Winter vom linken Niederrhein zurecht. Aber die Freundin vom Herrn Winter, Frau Holle, kann er absolut nicht leiden! Sie liebt nämlich Weiß und das passt Herrn Grünspecht nun wirklich nicht, er liebt Grün. Wer hätte das gedacht! Außerdem lässt Frau Holle gerne junge Mädchen für sich arbeiten. Ok, die fleißigen werden gut entlohnt, können sich deshalb glücklich schätzen, aber Herr Grünspecht hat damit ein großes Problem. Die Mädels sind so fies, sie decken die grünen Wiesen vom Herrn Grünspecht mit weißen Schneedecken ab. Das bringt ihn vor Wut auf die Palme… ne, auf den Baum! Und dort ist das schöne extravagante Leben ehe trist. Da muss er sich mit seinen entfernten Verwandten aus der Specht-Sippe abgeben. Das ist ein einfaches Arbeitervolk, das bis zu Kopfschmerzen am Holz werkelt und keine Ahnung von extravaganter Federkleidung und feinen Ameisen-Delikatessen hat…

Ein außergewöhnlicher Vogel - der Grünspecht (Picus viridis), Vogel des Jahres 2014.

Er sieht nicht nur ausgefallen aus, er ernährt sich auch besonders. Seine bevorzugte Speise sind Ameisen. Dafür benutzt er ein wahrlich ausgeklügeltes Werkzeug der Natur - seine Zunge! Sie ist ca. 10 cm lang und spitz am Ende, dringt problemlos in jedes Ameisenloch ein. Durch den klebrigen Schleim und die seitlichen Borsten bleiben Ameisen auf der Zunge kleben und gelangen sicher in den Schnabel.

Bei uns kann man den Grünspecht oft auf den Wiesen beobachten, wie er mit seinem langen Schnabel im Rasen wühlt. Das ist immer spannend! Er ist ziemlich wendig und bleibt nie lange auf einer Stelle. Aufgrund von Klimawandel ist der Winter im Niederrhein sehr mild geworden. Die Ameisen sind bei Plustemperaturen noch aktiv, so hat der grüne Zungenakrobat keine Schwierigkeiten bei der Nahrungssuche.

Aber ich habe noch nie einen Grünspecht auf der verschneiten Wiese gesehen.
Was macht dieser Vogel, wenn alles voll Schnee ist?


Freitag, 26. Februar 2021

Biber in Mönchengladbach?!

Biber in Mönchengladbach? Das konnte ich kaum glauben!

Und heute habe ich die Biberspuren mit meinen eigenen Augen gesehen. Vor allem die Stelle schien mir absolut unmöglich zu sein. Und zwar der Bresgespark, wo momentan alles gerodet wird. Diese Biber sind wohl hart gesotten und ignorieren vollkommen die Baumaßnahmen, Lärm und auch Menschen, die dort vorbei laufen. Ich habe noch nie einen Biber gesehen, aber die Fraßspuren am Rhein in Bad Säckingen. Im Bresgespark ist der sogenannte Schnittplatz klar zu erkennen. Dort werden die Stücke von Gehölzen vom Biber „geerntet“ und fortgeschleppt, um an anderer Stelle daran zu fressen (Fraßplatz) oder um die Äste und Zweige als Baumaterial zu nutzen (z. B. zum Dammbau). 
In der Pressemitteilung steht:
„Gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Mönchengladbach beobachtet der Niersverband die Entwicklung und stimmt sich bzgl. evtl. zu ergreifender Maßnahmen und eines Bibermanagements ab. Hierzu kontrolliert die Behörde regelmäßig die betroffenen Bereiche.“

Ich wünsche der Familie Biber viel Glück!  

Montag, 15. Februar 2021

Mäusebussard ohne Mäuse

Zuerst landete er im Garten, dann saß er auf dem verschneiten Garagendach. Bis ich die Kamera geholt habe, hat er sich in Sicherheit gebracht. Er blieb noch ein paar Minuten auf einem Ast sitzen und dann war er weg. So nah habe ich diesen Greifvogel noch nie gesehen! Harter Winter, harte Zeiten, keine Mäuse…
 
 
Der Mäusebussard (Buteo buteo) ist in Deutschland sehr verbreitet. Man sieht ihn oft, besonders im Winter, wenn die Bäume kahl sind. Er bewohnt lichte Wälder, liebt offene Landschaften mit Baumgruppen, wo er die Ausschau nach seiner Beute halten kann. Auch in großen Parks ist er gerne zu Hause. Ein schöner Vogel mit interessantem Federkleid. Wenn er abhebt, macht er keinen grazilen Eindruck, aber seine Kreise im Himmel sind von der schwebenden Eleganz gezeichnet.

Das war eine kurze und außergewöhnliche "Begegnung", die mir deutlich gezeigt hat, wie nah uns die Natur ist.