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Samstag, 28. August 2021

Grüne Zukunft der Stadt: Schlusswort

Einleitung - Urban Gardening und die grüne Zukunft der Stadt
Teil 1 - Wie sieht die Zukunft unserer Städte aus?
Teil 2 - Dachbegrünung
Teil 3 - Vertikale Begrünung und andere Möglichkeiten
 
Ökologische Aspekte und Rettungsaktionen
 
Ökologie ist eine Wissenschaft für sich und hat für mich persönlich einen besonderen Reiz: Dieses Thema kann das ganze Leben füllen! Wenn man sich mit Natur beschäftigt, führt kein Weg daran vorbei. Ökologie umfasst die Lebensweise, Zusammenhänge und gegenseitigen Einfluss von Pflanzen, Tieren und Menschen. Dabei geht es auch u.a. um die Nachhaltigkeit, ökologische Aspekte und Arterhaltung. 

Das sind natürlich schwerwiegende Themen und ich bin keine Wissenschaftlerin. Es würde mich selbst langweilen, hier detailliert darüber zu schreiben. Also lasse ich einfach meinen Gedanken freien Lauf.
 
In dieser kleinen Reihe aus 5 Blogartikeln geht es um die Natur, die wir in die Innenstädte holen müssen, weil es für uns selbst wichtig ist. Meine Stadt Mönchengladbach hat sehr viele Grünflächen, tolle Parkanlagen, unzählige Naturschutzgebiete und sogar kleine Waldgebiete, die unberührt bleiben. In den letzten Jahren wird sehr viel für die Natur gemacht und das erfüllt mich mit Freude. Wir haben  schöne Blumenrabatte, die leere Lücken und freie Stellen füllen. Es sind auch viele naturbelassene Flächen entstanden, wo man die Pflanzen sich selbst überlässt. Auch Brennesel darf sich ausbreiten,  Rasen wird an manchen Stellen nicht mehr gemäht. Und, oh Wunder, man findet das gar nicht mehr als unordentlich - es fügt sich einfach wunderbar in das städtische Bild ein!
 
In diesem Jahr hat man auch ein großes Naturprojekt an der Niers angefangen
 
und ein Auen-Projekt in Wetschewell wurde schon erfolgreich beendet.
Das wertet unsere Stadt natürlich auf. Leider sehe ich diese grünen Maßnahmen nicht in unseren Ortszentren. Im Gegenteil, die Tendenz geht Richtung zubetonieren und bepflastern. Nicht Grün, sondern Grau.  

In jeder Stadt gibt es so eine Straße wie die Hauptsraße bei uns in Rheydt. Wenn wir nur die Natur zu uns einladen, wird sie sich schnell von alleine entfalten! Mit der Zeit entwickelt sich ein Ökosystem mit eigenem Lebensrhythmus. Begrünte Dächer in Kombination mit bepflanzten Gabionen können viel Leben entstehen lassen und positiven Einfluss auf das Kleinklima in der Innenstadt nehmen. Und das sind eben die ökologischen Aspekte. 
 
Als Basis habe ich Steine für beide Varianten der Begrünung gewählt. Steine bieten Lebensraum für viele Tiere. In den Nischen dazwischen entwickelt sich viel mehr Leben als wir uns vorstellen können. Ich habe in meinem eigenen Steingarten beobachtet, was alles darunter lebt. Ameisen bauen ihre Nester, Schnecken verstecken sich von der Sonne, Ohrwürmer fühlen sich tagsüber wohl, auch Eidechsen nutzen den Schatten und sogar Falterpuppen überwintern dort gerne!

Steine speichern tags Wärme und geben sie nachts langsam ab. In den kleinen Zwischenlücken bleiben Regentropfen "hängen", d.h. die Feuchtigkeit wird für Pflanzen erhalten bleiben und kühlt auch die Wurzel. Wenn ich die Steine bei mir im Steingarten umdrehe, sind sie immer etwas feucht, auch in heißen Tagen. Und Feuchtigkeit ist die beste Grundlage für das Moos.
 
Wir unterschätzen oft seine Bedeutung, aber in einem Ökosystem spielt Moos eine wichtige Rolle. Das speichert nicht nur Feuchtigkeit, sondern reinigt auch die Luft. Vögel benutzen Moos als Baustoff für ihre Nester. Viele Lebewesen sind an diese grüne Oase angewiesen, weil sie darunter ihre Verstecke und Nester haben. Und im Winter finden sie dort guten Schutz vor Kälte.
 
Das sind nur zwei Beispiele der ökologischen Aspekte, die zeigen wie wichtig das Zusammenspiel in der Natur ist. Wenn an einem Ende etwas weniger wird, wirkt sich das auch am anderen Ende aus! Alles hängt zusammen und viele Teile bilden ein Ganzes. Ohne Insekten gibt es z. B. keine Vögel.
 
Gestern habe ich einen Brief von Nabu bekommen: Helfen Sie mit! Retten wir gemeinsam Millionen Vögel vor dem Tod! Jeden Herbst wird Zypern zum Tatort, Zugvögel werden gefangen und als ein besonderes Festmahl gegessen... 
 
Die Welt ist grausam! Der Mensch ist grausam...

Eisbären und Pinguine haben keine Heimat mehr, Delphine und andere Meeresbewohner ersticken von unserem Plastikmühl, viele Tiere verbrennen im Regenwald wegen Ölpalmenanbau. Und die Wildbienen sterben... Die Liste ist lang... 
 
Retten-Retten-Retten! Wenn es ums Retten geht, dann ist es meistens schon zu spät. Als Retterin sehe ich mich nicht, vielmehr aber als Beschützerin. Das spricht mich viel mehr an. Die Natur in ihrer Vielfalt ist meine unendliche Inspirationsquelle! Mich faszinieren die Naturgeschöpfe, die uns umgeben, ob das Pflanzen, Insekten oder Tiere sind. 
 
Solange wir Natur als etwas Fremdes betrachten, bleibt sie irgendwo da draußen - sie begleitet uns nicht jeden Tag durchs Leben. Wenn wir aufmerksamer werden und ihre Schönheit entdecken, werden wir verstehen, dass wir ein Teil davon sind. Etwas Schönes möchte man bewundern und erhalten - also beschützen. Und genau hier muss man ansetzen! Dann braucht man nichts mehr zu retten...

Als Fazit kann ich sagen:
Ich hatte Spaß, dieses kleine Projekt zu machen! Einfach so aus Eigenintiative. Das war eine Herausforderung mit neuen Aufgaben und dabei habe ich viel gelernt.
 
Wir müssen u m d e n k e n! Nicht nur unsere Politiker, sondern wir Bürger auch. Wenn jeder sich Gedanken wegen Zukunft macht, entsteht ein kollektives Denken, das viel Kraft hat und viel in Bewegung setzen kann! Unsere Innenstädte brauchen unsere Initiative und neue Impulse, bevor es zu spät wird und wir an eine Rettungsaktion denken müssen. Beschützen ist die bessere Option ;-)

Mittwoch, 25. August 2021

Grüne Zukunft der Stadt: Teil 3

Einleitung - Urban Gardening und die grüne Zukunft der Stadt
Teil 1 - Wie sieht die Zukunft unserer Städte aus?
Teil 2 - Dachbegrünung
 
Vertikale Begrünung und andere Möglichkeiten
 
Vertikale Begrünung - klingt das nicht toll?
 
Es gibt mittlerweile ausgeklügelte Systeme, um die Wände und Mauern in eine grüne Oase zu verwandeln. Bei vertikaler Begrünung "sitzen" die Pflanzen in der vertikalen Fläche und wachsen nach vorne. In der Natur sind es Pflanzen, die normalerweise in den Mauerritzen oder zwischen den Steinen wachsen. Sie wissen gar nicht, dass sie eine vertikale Begrünung bilden - sie wachsen einfach.
 
Meine eigene Überlegung wie man mit weniger Aufwand die Innenstädte grüner gestalten kann, bewegte mich gedanklich in eine Richtung - Steine. So war das auch mit der Dachbegrünung, wo ich mich für einen Steingarten entschieden habe. Man hat gewöhnlich Beton und Steine in der Stadt, fast kaum Erde, wo die Pflanzen wachsen können. Genauso ist es auch auf der Hauptstraße in Rheydt, die ich als Beispiel genommen habe. Da ist kein Platz für die Blumenrabatte, es sei denn, man wird die Pflastersteine entfernen, was viel aufwendiger ist, als meine Ideen. 

Mit Steinen kann man viele schöne Projekte umsetzen. Das ist ein natürliches Material und muss nicht von weit her gebracht werden. Auch in meinem Garten habe ich eine Steinlandschaft und weiß, dass viele Lebewesen Steine als Unterschlüpf benutzen - also in Zwischenräumen gibt es genug Leben, obwohl es vielleicht für unser Auge nicht direkt sichtbar ist. Steine als Basis bilden ein eigenes Ökosystem.

Meine Inspirationen zu diesem Thema waren Gabionen (Steinkörbe), gefüllt mit Bruchsteinen.
Auch diese zwei Möglichkeiten ohne Steine finde ich super, das ist eine andere Art, die Fassaden zu begrünen und attraktiv zu gestalten
Also ich hatte genug Impulse, um meine eigene bescheidene Entwürfe zu machen.  
 
Das ist eine Steinkorb-Säule mit vertikaler Begrünung. Die Pflanzen hier werden in die Lücken zwischen Steinen platziert. Oben ist eine energiesparende "warm white" Lampe, die ein sanftes Licht produziert. Dieses Licht schont die Nachtschwärmer, die vom grellen Licht desorientiert und geblendet werden, was oft zum Tod führt. Über 80% der Schmetterlinge sind nachtaktiv, aus der Natur kennen sie nur das Mondlicht als nächtliche Beleuchtung.
Eine andere Variante für Blumenbeete, wo man auch Rankpflanzen setzen kann. Weil man keinen natürlichen Erdboden hat, benutzt man die Gabionen als Fassung für Mutteroden. Die Höhe und Breite kann man beliebig variieren. Ich kann mir sehr gut auch eine Sitzbank zwischen solchen Säulen vorstellen, da kann man schön sitzen und die Blumenvielfalt genießen
Und hier ist eine Kombination von beiden Varianten, sowohl vertikale Begrünung als auch Blumenrabatte, die ich persönlich gerne in die Länge ziehen würde, nur mein Blatt Papier reichte dafür nicht aus. In die Blumenbeete kann man alle möglichen Pflanzenarten setzen, wobei man natürlich  die Klimaveränderung berücksichtigen muss. Solche Gewächse wie Lavendel, Salbei, Thymian sind nicht nur Blütenreich, sie kommen auch mit trockenen Perioden gut zurecht. Auch Sukkulenten wie Steinwurz, Sedum sind prima für solche Steinkörbe geeignet. Ich tendiere aber mehr zur natürlichen Bepflanzung aus heimischen Blühpflanzen.

Warum finde ich diese Arten von Begrünung gut?
 
Triste Mauern, zubetonierte Straßen mit kahlen Fassaden und unschönen Ecken bieten durch die Bepflanzung einen Lebensraum für viele Kleintiere und Vögel - ein Gewinn für Mensch und Natur!
 
- Fassadengrün hält die Hitze fern. 
- Die begrünten Wände schlucken nicht nur den Schall, 
- sie tragen durch Verdunstung der Feuchtigkeit
- und Staubfilterung zur Verbesserung der Luft bei.
- Blumen ziehen Insekten an
- und dann auch Vögel und Fledermäuse 
- so entsteht ein natürlicher Lebenskreislauf mitten in der Stadt.
- Solche kleine Erholungsoasen bieten Menschen eine Möglichkeit sich zu entspannen.

Außerdem gibt es ein Phänomen: Schöne Strassen werden selten vermüllt! Die ästhetische Wirkung spielt eine große Rolle auch für das Wohlbefinden der Einwohner und Passanten.

Im abschließenden Teil geht es um die ökologischen Aspekte.

Samstag, 31. Juli 2021

Grüne Zukunft der Stadt: Teil 2

Einleitung - Urban Gardening und die grüne Zukunft der Stadt
Teil 1 - Wie sieht die Zukunft unserer Städte aus?
 
Dachbegrünung
 
Wie oft sehen wir ein Hausdach von oben?
 
Normalerweise selten. Auf der Hauptstrasse (Rheydt 41236), die in diesem Projekt eine wichtige Rolle spielt, stehen mehrere Häuser mit flachen Dächern. Und wenn es um die grüne Zukunft geht, dann bietet sich das an! Als ich mich mit diesem Thema beschäftigt habe, fragte ich mich, wie so ein Dach wohl aussehen kann. Ich erinnerte mich an so ein "nacktes" hässliches Dach, das ich fast jede Woche aus dem Fenster sehe. Das ist ein Dach vom Garagenhof.
Dieses Dach war für mich ein guter Anfang und weil die Natur meine Inspirationsquelle ist, ging das dann von alleine. Ich habe schon bepflanzte Dächer gesehen und finde sie toll! Im Gartenverein, wo ich einen Schrebergarten hatte, steht immer noch eine "Miniatur" davon 
Und am letzten Montag im Park von Schloss Dyck sah ich das. So eine schöne Idee auf dem Dach - Volltreffer!
 
Zum Schluss kam noch mein eigener Garten zur Hilfe, genau genommen der Steingarten. 
Und so hatte ich meine Dachbegrünung vor Augen! Ich musste nur noch die Zeichnungen machen, damit es realistisch aussieht. 

Warum finde ich Dachbegrünung gut?

- Zuerst denke ich an die Luft in der Stadt, wo nicht viel oder gar kein Grün ist. Pflanzen speichern Kohlendioxid und geben Sauerstoff ab. 
- Dann fangen sie auch Feinstaub, außerdem schallt es nicht so stark, weil die Pflanzen eine schützende Decke bilden. 
- Im Sommer wird auch die Hitze "aufgefangen", weil die Blätter atmen und die Feuchtigkeit ausdünsten. So sinken die Temperaturen.
- Beim Regen sammelt sich das Wasser zwischen Pflanzen und überflutet nicht sofort das Dach. Die Drainage bildet sozusagen einen Puffer.
- Auch als Dämmung im Winter dient die grüne Bepflanzung gut.
- Viele Insekten finden Nahrung auf den Blüten.
- Wo Insekten sind, sind auch die Vögel und so bildet sich
- ein ökologisches System, das Menschen und Natur in einen Kreislauf bringt.

Ich habe mich für einen Steingarten auf dem Dach entschieden, weil man auf diese Weise verschiedene Bereiche schaffen kann. Das Regenwasser kann sich in den Mulden bilden, so kühlt sich das Dach ab. Das ist auch eine Quelle für die durstigen Insekten und Vögel. Die Pflanzen im Steingarten sind sehr genügsam, brauchen keine besondere Pflege und lieben Sonne, also kommen sie mit trockenen Perioden gut zurecht. Steine sind auch eine Mineralquelle. Auch Moos und Flechten sind für ein ökologisches Sytem ganz wichtig. Sie bilden sich auf den Steinen mit der Zeit und bringen neue Lebewesen ins Spiel. 

Natürlich kann das Gewicht eines Steingartens als negativ betrachtet werden. Ich gehe davon aus, dass die Dächer von Grosshäusern viel aushalten können. Sonst kann man ein Steingarten nur partiell integrieren. 

In meinem Projekt mit Dachbegrünung habe ich den naturnahen Garten mit Pflanzen gewählt, die auch bei uns zu finden sind. Solche wie Nelkenarten, Fetthennen aller Art, Quendel, verschiedene Gräser usw. 
In der Mitte ist ein Weg aus Rindenmulch mit großen Holzscheiben. Das Holz wird von kleinen Insekten als Unterschlupf benutzt. So sieht mein begrüntes Dach von oben aus
Das ist die Seitenansicht
Mit der Zeit wird alles zuwachsen und sich von alleine entwickeln. Und viel Pflege ist hier gar nicht nötig, die Natur wird das schon regeln. Hier werden sich Pflanzen, Moose, Flechten, Insekten, Vögel und andere Lebewesen wohl fühlen! Wir, Menschen, profitieren nur davon.
 
In meinem nächsten Teil geht es um die vertikale Bepflanzung.

Samstag, 24. Juli 2021

Grüne Zukunft der Stadt: Teil 1

In diesem Blogartikel war die Einleitung zum Thema, das mich sehr beschäftigt: 
 
Wie sieht die Zukunft unserer Städte aus? 

Viele Menschen haben eine Lieblingsstraße, die ihnen sehr am Herzen liegt, weil sie etwas damit verbinden. Für mich ist es die Hauptstraße mitten im Stadtteil Rheydt. Ich kenne sie noch als eine beliebte Geschäftsstraße, wo man sich gerne aufhielt. Die Läden waren schön gestaltet und gepflegt, es gab ein reiches Warenangebot. Man konnte in Ruhe einkaufen und anschließend im netten Cafe den Tag gemütlich ausklingen lassen. Diese Straße war ein bekannter Treffpunkt für viele Menschen, nicht nur für Einwohner. In der Karnevalszeit gab es mehrere Aktivitäten und im September fand dort auch Blumenkorso statt! Dieses Erreignis hat immer sehr viele Besucher (auch aus Ausland) angezogen. Wenn ich darüber nachdenke, wie es früher war, könnte ich nostalgisch werden und sagen "Das waren tolle Zeiten..."

Mit dieser Straße verbinde ich etwas Schönes und zwar die Schauzeit Rheydt. Im September 2015 war ich mit meinem Kunsthandwerk dabei. Damals war ich in einer kreativen Gruppe aus verschiedenen Künstler und Kunsthandwerker. Wir hatten eine einmalige Möglichkeit, einen Monat lang unsere Werke und Kreationen in einem leerstehenden Lokal in Rheydt auszustellen. Wir hatten Glück und bekamen das größte Lokal auf der Hauptstr. 35! Und genau zu dieser Zeit kam auch Blumensonntag mit seiner Blumenpracht - direkt vor unserer Tür. Die vier Wochen der Schauzeit waren für mich eine Bereicherung auf allen Ebenen und das verbinde ich mit der Hauptstraße.
 
Heute erinnert nichts mehr an die glorreiche Zeit meiner Lieblingsstraße. Als ich vor kurzem dort war, hat es mich hart getroffen. Die leeren Lokale, viel Müll in den Ecken und allgemeine Trostlosigkeit vermitteln keinen guten Eindruck. Im Gegenteil, man möchte gar nicht hingehen, wenn man nicht muss. 
Hier ist die querlaufende Harmoniestraße, die auch einen Einfluss auf die Hauptstraße hat
So machte ich mir meine Gedanken, was man tun könnte, damit diese Straße wieder mit Leben und Freude gefüllt wird und somit auch die Innenstadt Rheydt mehr Attraktivität bekommt. Kunst und Natur sind die Quellen meiner Inspiration. Also versuchte ich diese beiden Richtungen zu verbinden, natürlich auf meine Art. Ich bin keine Architektin und keine Landschaftsgärtnerin - ich bin einfach eine Bürgerin, die sich Gedanken über die Zukunft ihrer Stadt macht.
 
Die Zukunft unserer Städte ist auch vom Klimawandel abhängig, was wir wieder in diesem Jahr deutlich zum Spüren bekommen. Zum ersten Mal wurde ich mit dem überlaufenden Keller konfrontiert. Und auch mit dem starken Wetterwechsel habe ich so meine Probleme, es geht mir einfach tierisch aufs Gemüt. 
 
Hitze, Regen und Wind - das sind drei wichtigsten Faktoren, die den Klimawandel ausmachen und auch dieses Jahr besonders dominieren. In den letzten fünf Jahren fiel mir das ganz deutlich auf. Die Hitzeperioden z. B. beginnen immer früher und werden immer aggressiver, halten viel länger an. In einer Stadt mit wenig Grün führt das zu Überhitzung, darunter leiden die Menschen und die Umwelt.
 
Wir können den Klimawandel nicht mehr aufhalten.
Wir können schon bestehende Straßen nicht neu bauen. 
Wir können die Asphaltdecke nicht einfach so aufmachen und die Bäume zwischen Häuser pflanzen. 

Aber WIR KÖNNEN die Umstände noch etwas mildern, indem wir:
- mehr Grün in die Innenstädte bringen und sie auf diese Weise auch für uns selbst attraktiver machen!
- unsere Straßen sauber halten und pflegen!
- uns aktiver im Leben unserer Städte beteiligen!
 
Das sind nur ein paar Punkte, die ich genannt habe. In dieser Blogreihe versuche ich mein Projekt, das mir am Herzen liegt, zu erläutern.
Fortsetzung folgt.

Samstag, 10. Juli 2021

Urban Gardening und die grüne Zukunft der Stadt

Mir gehen viele Gedanken durch den Kopf, wenn ich im Zentrum meiner Stadt bin. Mönchengladbach hat viele wunderschöne Parkanlagen, die auch gepflegt und gut angenommen sind. 
Aber was ist mit Innenorten? 
Da sieht es traurig aus. Neulich war ich auf der Hauptstraße in Rheydt. Früher war das eine belebte und beliebte Straße mit vielen kleinen Geschäften. Heute ist sie praktisch tot, nicht nur geschäftlich... 
 
Ist das die Zukunft? 
 
So eine Zukunft wünsche ich mir nicht. Ich mache mir Gedanken, wie man das ändern könnte - ich möchte nicht traurig sein, wenn ich durch meine Stadt gehe.
 
Was macht das Leben aus? 
Was zieht die Menschen an?
 
Für mich ist die Antwort klar - die Natur. Wenn man im Stadtkern die Natur zum Leben erweckt, wird das auch mehr Menschen anziehen. Mittlerweile gibt es schon tolle Ideen weltweit, wie man die Innenstädte wiederbeleben kann, z.B. durch Urban Gardening. Auch die Dachbegrünung in Kombination mit Wandgarten ist sehr attraktiv und eigentlich gar nicht neu.

Als ich in Kopenhagen war, hat mich diese Stadt mit ihren grünen Fassaden und Straßen sehr beeindruckt! Diese Umsetzung im Namen der Natur finde ich sehr inspirierend. Besonders die zwei letzten Bilder - einfach genial!
Fortsetzung folgt...

Sonntag, 1. November 2020

Papiertaschentuch - mein kleines Experiment

Was sehe ich am meisten, wenn ich Müll in der Natur sammeln gehe? Papieraschentücher! Ganz am Anfang habe ich die auch in meinen Müllbeutel gesteckt. Bis ich ein Taschentuch fand, das ziemlich ekelhaft war… Seit dem lasse ich sie liegen.
Nein, ich bin nicht gegen Taschentücher aus Papier.
Ich möchte einfach, dass man sich mit diesem Thema auseinander setzt - jeder einzelne Mensch, der so ein „Tempo“ benutzt.
Der Grund - hinter einem kleinen Taschentuch aus Papier verbirgt sich ein ganzer Wald, voller lebende Bäume. 
 
Mein Experiment war einfach.
Am 24. August habe ich in meinem Garten ein Taschentuch deponiert. Es war benutzt, ich habe es mit dem Stein beschwert, damit es nicht wegfliegt. Das Taschentuch lag auf einer offenen Stelle unter Sonne, Wind und Regen. Bis es sich endgültig zersetzt hat und absolut nichts mehr da war, hat es knapp 2 Monate gedauert. Im Oktober haben wir sehr viel Regen gehabt, deshalb wurde die Zersetzung beschleunigt. 
 
Mein Fazit: Ein Papiertaschentuch braucht 2 Monate, um sich vollständig aufzulösen. 
 
Wow, super… wie schnell! Dann ist doch kein Problem, wenn ich mein Taschentuch fallen lasse. Der Regen wird das schon regeln.
 
Nein, eben nicht! DAS ist Müll und gehört in den Mülleimer. Und zwar nur in den Restmüll – nicht in Altpapier oder Klo!!!
Wenn man etwas über die Papiertaschentücher recherchieren möchte, findet man ganz schnell die nötige Information:
  • Papiertaschentücher gehören zu Hygienepapier.
  • Der Markt für Papierprodukte aus frischen Fasern wächst rasant.
  • Der Absatz von Recycling-Alternativen nimmt stetig ab.
  • Die Herstellung benötigt viel Holz, Energie und Wasser und führt zur Einleitung gefährlicher Stoffe in Gewässer.
  • Das ist Einwegprodukt und die Papierfasern werden nach dem Gebrauch als Abfall entsorgt. So gehen sie dem Papierkreislauf verloren.
  • Immer mehr Papierfasern für den deutschen Hygienepapiermarkt stammen aus Brasilien – auch von ökologisch umstrittenen Plantagen!
Was kann man tun?
  1. Sparsam verwenden.
  2. Richtig entsorgen.
  3. Das Recyclingpapier benutzen und auf das Siegel achten. Gesundheitlich unbedenklich: Hygienepapiere aus Recyclingpapier mit dem Blauen Engel.
  4. Die Alternative aus Stoff wählen – das ist wohl die beste Lösung!
Weiterführende Links:

Montag, 15. Juni 2020

Umarme einen Baum

Diese Woche habe ich auf meiner Patenstrecke einen abgebrochenen Fahrradständer und eine Gartenliege gefunden. Den Fahrradständer konnte ich mitnehmen, aber die Liege war mir zu schwer. Theoretisch hätte ich sie bis zum nächsten Sitzplatz schleppen können, damit die Müllabfuhr sie mitnimmt, aber praktisch war das unmöglich.
Mittlerweile frage ich mich gar nicht mehr, wie solche Sachen in den Wald (Naturschutzgebiet) kommen. Früher habe ich mich über sowas furchtbar aufgeregt und nichts getan. Heute tue ich einfach mein Ding und rege mich nicht mehr auf. Dafür habe ich keine Zeit, keine Energie und keine Lust! Ich konzentriere mich auf das, was ich tue und DAS ist wichtig. Für andere Menschen trage ich keine Verantwortung und ich bin nicht da, um sie zu belehren oder die Leviten zu erteilen.
Ich mache sauber für die Natur. Unterwegs sehe ich nicht nur Müll, sondern auch schöne Sachen und das ist meine Belohnung! Ich kann einfach einen Baum umarmen, einfach so, weil mich das glücklich macht…
Es gibt einen bestimmten Mammutbaum, den ich gerne umarme. Im Park am Schloss Wickrath stehen viele alte Bäume, echte Raritäten, auch verschiedene Arten von Mammutbäumen. Sie sind ausdrucksstark und riesengroß. Die Zapfen sind aber verhältnismäßig sehr klein, duften angenehm und sehen schön aus. Die rostbraune Rinde fühlt sich sehr weich an, aber um so einen Baum umarmen zu können, muss man schon lange Arme haben. 
 
Dabei
denke ich an ein großartiges Buch, dass ich mal gelesen habe. „Die Botschaft der Baumfrau“ von Julia Butterfly Hill. Diese Frau hat mich sehr beeindruckt. Sie lebte mehr als zwei Jahre auf einem Mammutbaum, um den Wald zu retten. Nach dem Autounfall hat sie den Sinn des Lebens verloren, sie überlebte knapp und suchte nach den neuen Aufgaben. Weil sie Natur liebte, schloss sie sich einer Aktivistengruppe an, die ein Waldgebiet von der Abholzung retten wollte. Julia hat alles aufgegeben, ihre Modelkarriere, bequemes Leben nur für den Wald! Durch ihren selbstlosen Einsatz hat sie den Wald gerettet, er wurde zu einem Naturschutzgebiet erklärt. Aber sie riskierte ihr Leben, weil die Firma, die dieses Gebiet roden wollte, alles Mögliche getan hat, um sie vom besetzten Baum zu entfernen.
Was bewegt einen Menschen solche Taten zu vollbringen?