Sonntag, 10. Oktober 2021

Meine Duftmazerate

 
Als ich mich mit Parfümherstellung beschäftigt habe, bin ich auf die Idee gekommen, meine eigenen Duftmazerate zu kreieren. In meinem Fall sind Mazerate einfach pflanzliche Auszüge in Alkohol. Also im Grunde genommen sind das Tinkturen, nur die Anwendung ist halt anders, deshalb sind das Duftmazerate. Daraus mache ich meine Parfüms auf der Alkoholbasis. 
 
Meine Duftmazerate mache ich folgendermaßen:
- Das pflanzliche Material, frisch oder trocken, klein machen
- In ein Glas füllen
- Mit Weingeist übergießen
- In einem dunklen Platz für mind. 4 Wochen reifen lassen
- Immer wieder schütteln
- Nach Reifezeit filtern und in ein Glasfläschchen abfüllen
Hier gibt es unendlich viele Möglichkeiten, neue Düfte zu erschaffen! Man muss nur Mut zum Ausprobieren haben. Angefangen habe ich mit einer Pflanze, die jeder kennt - Duftrose. In meinem Garten habe ich eine englische Sorte Munstead Wood, die sehr intensiv duftet. Schon nach einer Woche zeigte sich der Effekt der Mazeration!

Am Anfang, vor einem Jahr, habe ich sehr viel experimentiert und sammelte nach Lust und Laune verschiedene Blüten, Rinde, Zapfen, auch Harze. Die Vanilleschotte, die ich zuerst für einen Kuchen ausgekratzt habe, war auch ein tolles Erlebnis! Dann gab es sogar ein Duftmazerat aus Shaabi-Weihrauch, den ich geräuchert habe und der Duft war der Hammer! Er hatte eine süß-bittere Note, die man nur nach dem Räuchern bekommt und genau diese Note wollte ich für ein bestimmtes Parfum haben. Manche Duftmazerate sind intensiv, manche sehr zart. Bei manchen wusste ich überhaupt nicht, was daraus wird, wie z.B. bei Birkenrinde. Ich war total überrascht - der Duft war schön aromatisch. 
Mein Highlight war aber die Sternmagnolie aus meinem Garten. Der Duft des Holzes ist außergewöhnlich und hat mich schon immer fasziniert. Wenn ich mir die frischen Zweige im Frühjahr geholt habe, konnte ich diesen einmaligen Geruch inhalieren. Die Schnittstelle riecht sehr frisch, prikelnd, würzig mit einem süßen Holzunterton. Und genauso hat mein Duftmazerat auch gerochen! Daraus machte ich schon mehrere Parfumkreationen.
Auch mit Stechapfel, der giftig ist, habe ich einen Versuch gemacht und zwar, ich habe die ganze Pflanze mit den Wurzeln ins Glas gesteckt. Der Duft war aber sehr schwach. Dafür sah das super aus! Keine Sorge, nach mehrfacher Verdünnung war das für die Haut nicht mehr toxisch.
Diese Erfahrungen möchte ich nicht mehr missen und freue mich jedes Mal über die unzähligen Möglichkeiten, die die Natur uns in ihrer ganzen Vielfalt schenkt.

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