Freitag, 17. September 2021

Pflegesalbe mit Fichtenharz

Gestern habe ich eine Salbe gemacht und dabei etwas Neues ausprobiert. Bei meinen Spaziergängen achte ich besonders auf die Nadelbäume, ob etwas Harz zu finden ist. Noch im Frühjahr war ich im Bunten Garten und habe einen tollen Baum gefunden!
Das Schild war ziemlich hoch angebracht und ich habe statt "Mähnenfichte" -  "Männerfichte" gelesen. Als ich noch dazu die tollsten Zapfen in Rosa-Farbe gesehen habe, machte mich das stutzig. 
Ein paar von diesen süßen Dingen fielen mir "rein zufällig" in die Hände, sie dufteten auch zart. Plötzlich sah ich auf dem Baumstamm ein großes Stück Harz - was für ein Glück! Das ging leicht ab und landeten zusammen mit feinen Zapfen in meinem Rucksack. Zuhause habe ich mehr über diese Mähnenfichte erfahren. Einen Teil des Harzes habe ich geräuchert und es war ein schönes Erlebnis! Dann habe ich den Rest in eine Schublade gelegt und... vergessen... 
 
Vor ein paar Tagen sah ich in einer Zeitschrift ein interessantes Rezept für die Pflegesalbe aus dem Baumharz. Das hat mich inspiriert und ich suchte nach meinem vergessenen Fund. Dabei fand ich ein Fläschchen mit einem anderen vergessenen Inhalt - eine Tinktur aus Kieferharz, die ich vor einem Jahr selbst gemacht habe. Da hatte ich direkt mein eigenes Rezept im Kopf: Sesamöl + Fichtenharz + Bienenwachs + Tinktur.

Als ich mein Harz im Sesamöl leicht erwärmt habe (im Wasserbad), um es zu lösen, wusste ich nicht, dass es ziemlich umständlich wird, das verflüssigte Harz zu filtern. Das dauerte Stunden! Ein Tropfen nach dem anderen raubte mir die Geduld. Ich wechselte dabei drei Kaffeefilter und irgendwann mal abends war es soweit. Dann konnte ich meine Salbe endlich fertigstellen. Juhu!

Meine neue Salbe ist super geworden, sanft, zartschmelzend auf der Haut und zieht schnell ein. Auch der Duft hat mir gefallen, etwas speziell, aber sehr fein. Meine eigene Tinktur passte aromatisch perfekt dazu und rundete den nussigen Geruch von Sesamöl ab. 
Ich war begeistert und dann... Dann habe ich eine halbe Stunde dafür gebraucht, meine Utensilien von geschmolzenem Harz zu befreien... keine leichte Aufgabe...

Ok, ich habe viel gelernt, vor allem Geduld! Aber ich habe ein tolles Pflegeprodukt selbst gemacht, ohne riesen Aufwand und ohne große Geldinvestition. Die Zutaten in meiner Salbe sind natürlich und haben heilende Eigenschaften. Allein das reichhaltige Sesamöl ist schon ein Schatz! 

Wofür soll ich dann noch eine teure Creme kaufen? Ah ja, ich vergaß... Retinol, Peptide, Hyaluron - die brauche ich ja dringend! Als Frau darf ich doch keine Fältchen haben, auch keine Zellulites und keine Alterserscheinungen. Ich muss ewig jung bleiben! Ich frage mich bloß, wer das entscheidet. Die Kosmetikindustrie vielleicht...?
 
Mag sein das klingt etwas sarkastisch. 
Aber selbst dann, wenn mein Aufwand bei der Salbenherstellung etwas mehr war als sonst, bleibe ich gerne in meinem Zauberlabor und zaubere meine Pflegeprodukte selbst. 
 
- Weil es mir Spaß macht!
- Weil ich weiß, was drin ist!
- Weil ich zu meinen Fältchen stehe!

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