Mittwoch, 22. September 2021

Crazy-Herz aus Jeansstoff

 
Als ich die ganzen Fäden aus meiner Jeans-Feder herauspickte, sah ich schon mein nächstes Projekt vor Augen - ein Crazy-Herz aus meiner alten Jeanshose. Die Feder hat mich nicht überzeugt, aber meine neue Idee gefiel mir sehr gut. Und diese Arbeit, obwohl sie auch zeitintensiv war, hat mir viel Spaß gemacht. Darum geht das doch oder?

Zuerst habe ich die Herzform ausgeschnitten, mit kleinen Spitzenresten belegt und mit transparentem Papier abgedeckt. Dann mit Zick-Zack-Stich durchgesteppt. 
Und hier kamen meine ganzen Fadenreste ins Spiel! Damit habe ich mein Herz aus Jeansstoff gefüllt.
Das Papier zu entfernen war so ungefähr wie bei der Jeans-Feder die Fäden zu entfernen. Aber das Resultat hat meine Vorstellung bei Weitem übertroffen! Und ich glaube, ohne diese Jeans-Feder wäre ich nicht auf diese Idee mit Crazy-Herz gekommen. Also Ausprobieren lohnt sich immer!

Jeans-Feder

 
Eigentlich suchte ich im Internet nach den Feder-Stanzschablonen für meine Gemini Junior, aber gestoßen bin ich auf die Jeans-Feder. Das gehört zum Upcycling und man macht diese Feder aus ausrangierten Jeanssachen. Upcycling ist mein Thema und Feder mag ich. Also habe ich mir gar nicht lange überlegt und holte meine alte Jeanshose aus dem Schrank. 

Zuerst schneidet man eine Form aus dem Stoff aus. Dann entfernt man vorsichtig mit der Nadel alle Kettfäden (langen vertikalen Fäden) und das dauert ewig! Diese Technik benutzt man bei der Durchbruchstickerei (Hardanger), eine aufwendige und doch schöne alte Stickart aus Persien. Ich wollte mal diese Stickereikunst erlernen und irgendwie fehlte mir der richtige Anstoß. 

Als ich da saß und einen Faden nach dem anderen entfernte, spürte ich keine Begeisterung. Im Gegenteil, ich fragte mich: 
Warum mache ich das überhaupt? 
Wie viele solchen Federn kann ich aus meiner Jeanshose machen? 
100? 
Wieviel Zeit brauche ich für 100 Feder? 
Was mache ich mit diesen ganzen Federn überhaupt? 
UND was mache ich mit den ganzen Fäden, die ich rausgeholt habe? 
Diese Fragen bis auf die letzte konnte ich nicht beantworten. Nach einer halben Stunde war ich fertig. Als ich mein Resultat sah, dachte ich mir - in der Zeit könnte ich etwas viel Besseres machen. Und ich wusste schon genau, was das ist. 

Zum Schluss habe ich enttäuscht festgestellt - die Feder verdreht sich auch noch. Ich musste sie auf dem Rücken noch mit Kleber verstärken. Als alles trocken war, machte ich noch die kleine Schlaufe dran und dann ging ich durch die Wohnung auf der Suche nach dem geeigneten Platz für meine Jeans-Feder. Hmmm, die Suche geht weiter...
Irgendwie erinnert mich das an die Straußfeder. 
 
Meine letzte Frage zu beantworten, war ein leichtes Spiel - ich benutze die Fäden, die bei mir nach den Näh- und Stickarbeiten übrigbleiben, als Füllmaterial für kleine Nähprojekte. Wie das aussieht, zeige ich im nächsten Beitrag.

Dienstag, 21. September 2021

Teil 5: Ein Stück Seife verändert mein Leben

 
Selbstwertschätzung
Die Motivation, das Leben weiter zu verändern, war da und trotz Fehlern, die zu jedem Lernprozess gehören, wollte ich unbedingt voranschreiten. Mein Leben bekam einen anderen Sinn und neue Ziele. Es ist kein Scherz - ich war ernsthaft bestrebt, den Blauen Planeten zu retten!
  
Ich liebe Düfte. Aromatherapie, Räuchern – alles meine Themen. Und natürlich auch die Parfüms, die ich damals gerne und bis zum Abwinken konsumierte. Ich war aktiv in einem bekannten Parfümforum und von kleinen Duftproben bekam ich nicht genug. Ach, wie schön das war, sich mit anderen über die verführerische Welt der Düfte zu unterhalten. Das war so eine Art Elite und ich gehörte dazu.
Voll verblendet schnupperte ich an tollen Duftproben immer weiter bis mir eines Tages alles zu viel wurde. Meine Nase war buchstäblich voll von den ganzen Gerüchen. Auch die überhebliche Art von den „Gleichgesinnten“ war nicht meins. Ich stellte plötzlich fest – mir fehlt etwas!

Mein Selbstwertgefühl war weg…

Das war keine schöne Entdeckung. Es fühlte sich gar nicht gut an. Parallel dazu entdeckte ich die natürlichen Seifen, die mich mit ihrer Einfachheit glücklich machten. Parfümforum interessierte mich nicht mehr.

Also machte ich meine Hausaufgaben zum Thema: Was ist Kaufsucht und warum habe ich das? Das war eine abenteuerliche Reise, die ich kurz auf Belletristica in einem Beitrag „Konsum und Kaufsucht“  verfasst habe. Diese Selbstreflektion ist mir schwer gefallen, aber sie brachte mich nach vorne.

Verflüssigen von Seifen und deren Wirkung auf meiner Haut hat mir viel Freude bereitet, ich war glücklich in meinem Zauberlabor. Etwas Gutes sich selbst zu tun ist eine tolle Sache. Das hat mich total ausgefüllt. Also kamen auch neue Ideen, zudem, dass ich auch gerne experimentiere und Handwerk liebe. Diese neue Welt war spannend und fühlte sich wunderbar an! Ab jetzt wollte ich mir etwas Gutes tun, aber nicht weil mir etwas fehlte, sondern weil ich mich wertschätze.

Selbstwertschätzung ist eine wichtige Sache in unserem Leben. Sie gibt uns die Richtung zum Handeln vor. Weil ich mich wertschätze, möchte ich mich bewusst mit Sachen umgeben, die wertvoll für mich sind. Dazu gehören auch die Inhaltsstoffe von Aleppo-Seife. Und weil ich gerne mit den Seifen experimentiert habe, kam eines Tages auch der Wunsch nach eigener Pflegekosmetik auf der Naturbasis.

Mit meiner Haut hatte ich schon oft Probleme und war immer auf der Suche nach der geeigneten Pflege. So wie bei den Haaren war mein Arsenal groß: Seren, Masken, Cremes, Peelings usw. Mein erster Versuch in der Naturkosmetik war die Lippenpflege. Das war so genial einfach, dass ich mich fragte, warum ich das bisher noch nicht versucht habe! Nach dem Lippenbalsam kamen auch Pflegemittel für Gesicht und Körper. Und auf einmal hörte meine Haut zu spinnen!!! Die Kombination von pflegenden Seifen und Naturkosmetik hat meiner Haut geholfen ins Gleichgewicht zu kommen.
Natürliche Ressourcen haben einen großen Stellenwert bei mir. Die Natur ist ein großartiger Schatz, den wir für uns und unsere Gesundheit nutzen können. Dafür bin ich sehr-sehr dankbar und in jeder selbst angerührten Naturpflege von mir steckt die Wertschätzung der Natur!

Als ich die ersten Schritte in der Naturkosmetik machte, ging es mir auch um die Düfte. Sheabutter hat Eigengeruch, der mir nicht gefiel und ich wollte das ändern. Meine Erfahrungen im Parfumforum haben mir einen großen Dienst erwiesen - ich kannte viele Duftstoffe und konnte sie gut unterscheiden. Nach den wohlriechenden Salben und Cremes fragte ich mich, wie macht man eigentlich ein Parfum?

Die Reise ging weiter: Zuerst Seifen, dann Naturkosmetik, danach Parfüms. Ich lernte wie man Mazerate und Tinkturen herstellt und fing einfach an, meine Düfte selbst zu mixen! Man nennt solche Düfte „Therapeutische Parfüms“. Meine Motivation war, etwas Schönes für sich selbst zu machen, ohne andere Menschen beeindrucken zu wollen. Das war ein tolles Gefühl festzustellen – ich brauche keine Bestätigung mehr von der Außenwelt, dass ich es wert bin. Das war eine Befreiung von der Kaufsucht.

Ich schaute nicht auf die anderen, sondern versuchte mich in meiner kleinen Welt zurechtzufinden und so geht es in meinem Leben weiter.

Denn, wer weiß es besser als ich, was mir persönlich gut tut? 

Freitag, 17. September 2021

Pflegesalbe mit Fichtenharz

Gestern habe ich eine Salbe gemacht und dabei etwas Neues ausprobiert. Bei meinen Spaziergängen achte ich besonders auf die Nadelbäume, ob etwas Harz zu finden ist. Noch im Frühjahr war ich im Bunten Garten und habe einen tollen Baum gefunden!
Das Schild war ziemlich hoch angebracht und ich habe statt "Mähnenfichte" -  "Männerfichte" gelesen. Als ich noch dazu die tollsten Zapfen in Rosa-Farbe gesehen habe, machte mich das stutzig. 
Ein paar von diesen süßen Dingen fielen mir "rein zufällig" in die Hände, sie dufteten auch zart. Plötzlich sah ich auf dem Baumstamm ein großes Stück Harz - was für ein Glück! Das ging leicht ab und landeten zusammen mit feinen Zapfen in meinem Rucksack. Zuhause habe ich mehr über diese Mähnenfichte erfahren. Einen Teil des Harzes habe ich geräuchert und es war ein schönes Erlebnis! Dann habe ich den Rest in eine Schublade gelegt und... vergessen... 
 
Vor ein paar Tagen sah ich in einer Zeitschrift ein interessantes Rezept für die Pflegesalbe aus dem Baumharz. Das hat mich inspiriert und ich suchte nach meinem vergessenen Fund. Dabei fand ich ein Fläschchen mit einem anderen vergessenen Inhalt - eine Tinktur aus Kieferharz, die ich vor einem Jahr selbst gemacht habe. Da hatte ich direkt mein eigenes Rezept im Kopf: Sesamöl + Fichtenharz + Bienenwachs + Tinktur.

Als ich mein Harz im Sesamöl leicht erwärmt habe (im Wasserbad), um es zu lösen, wusste ich nicht, dass es ziemlich umständlich wird, das verflüssigte Harz zu filtern. Das dauerte Stunden! Ein Tropfen nach dem anderen raubte mir die Geduld. Ich wechselte dabei drei Kaffeefilter und irgendwann mal abends war es soweit. Dann konnte ich meine Salbe endlich fertigstellen. Juhu!

Meine neue Salbe ist super geworden, sanft, zartschmelzend auf der Haut und zieht schnell ein. Auch der Duft hat mir gefallen, etwas speziell, aber sehr fein. Meine eigene Tinktur passte aromatisch perfekt dazu und rundete den nussigen Geruch von Sesamöl ab. 
Ich war begeistert und dann... Dann habe ich eine halbe Stunde dafür gebraucht, meine Utensilien von geschmolzenem Harz zu befreien... keine leichte Aufgabe...

Ok, ich habe viel gelernt, vor allem Geduld! Aber ich habe ein tolles Pflegeprodukt selbst gemacht, ohne riesen Aufwand und ohne große Geldinvestition. Die Zutaten in meiner Salbe sind natürlich und haben heilende Eigenschaften. Allein das reichhaltige Sesamöl ist schon ein Schatz! 

Wofür soll ich dann noch eine teure Creme kaufen? Ah ja, ich vergaß... Retinol, Peptide, Hyaluron - die brauche ich ja dringend! Als Frau darf ich doch keine Fältchen haben, auch keine Zellulites und keine Alterserscheinungen. Ich muss ewig jung bleiben! Ich frage mich bloß, wer das entscheidet. Die Kosmetikindustrie vielleicht...?
 
Mag sein das klingt etwas sarkastisch. 
Aber selbst dann, wenn mein Aufwand bei der Salbenherstellung etwas mehr war als sonst, bleibe ich gerne in meinem Zauberlabor und zaubere meine Pflegeprodukte selbst. 
 
- Weil es mir Spaß macht!
- Weil ich weiß, was drin ist!
- Weil ich zu meinen Fältchen stehe!

Mittwoch, 15. September 2021

Bienenwachskerze in der Pralinendose

Als ich noch Schokolade gerne gegessen habe, sammelte ich gerne Pralinenschachtel und Dosen. Neulich fiel mir so ein Herzdöschen in die Hand. 
 
An diesem Tag machte ich meine Handsalbe mit Bienenwachs. Ich sah das schöne Döschen, Bienenwachs und dann kam die Idee - eine Kerze in der Dose! Irgendwo in einer Schublade hatte ich noch die alten Dochte. Die Arbeit war ganz einfach. Zuerst die Dochte in der Dose befestigen, dann Bienenwachs im Wasserbad schmelzen, langsam in die Dose gießen, erkalten lassen - fertig!

Sonntag, 12. September 2021

Teil 4: Ein Stück Seife verändert mein Leben


Reduktion und Minimalismus
Als ich Fachabitur machte, musste ich eine Arbeit zum Thema Minimalismus schreiben und eine Mode-Kollektion zu diesem Stil entwerfen. Das war überhaupt nicht mein Thema! Ich hätte lieber Vintage-Style oder Boho-Chic, auch Steampunk hätte mich gereizt, aber doch nicht das! Das war ein ganz harter Brocken für mich und ich war sehr unzufrieden, dass ich dieses Los gezogen habe. Aber ich wollte gute Noten haben und war praktisch gezwungen, mich mit Minimalismus auseinanderzusetzen. 
 
"Minimalismus: 
In der Mode ein dem Purismus nahe stehender Stil, bei dem der strengen Konstruktion durch minimale Effekte das Besondere gegeben wird.
 
Purismus (von lat. purus, „rein“):  
In der Mode strebt der Purismus einen einfachen, dem Körper leicht angepassten Schnitt an und lässt keine Verzierung oder Dekoration gelten, was eine Ablenkung vom Wesentlichen, des Authentischen, bedeutet. Die Grenze zum Minimalismus ist fließend."
Reclams „Mode- und Kostümlexikon“ von Ingrid Loschek.

Eigentlich ganz einfach zu verstehen: Man reduziert alles auf das Wesentliche.
 
Dieses Verständnis hat mir die Arbeit erleichtert, danach konnte ich dieses ungeliebte Thema bewältigen und zum guten Schluss bringen. Es war abgehakt! Puhhh… 
 
Das dachte ich damals. Dieses Thema war aber wieder in meinen Fokus gerückt und diesmal hat es mich nicht so hart getroffen – im Gegenteil, ich war reif. 
 
Als ich meinen Schreck vom Palmöl überwunden habe, wollte ich handeln und das hat eine Kettenreaktion in mir ausgelöst. Auf einmal kamen alle Themen auf mich zu, die mich schon lange beschäftigt haben. Alles drehte sich um eins – das bewusste Leben: Konsumverhalten, Plastikmüll, bedenkliche Inhaltstoffe und daraus folgend auch Selbstwertgefühl. 
 
Ich war total überfordert: So viele Themen, die wichtig sind und mit Fokussieren war nichts! Es ging einfach nicht. Fragen über Fragen. 
 
Was tun? 
Wo fange ich an? 
 
Die Hilfe kam von alleine, ein Stück Seife ohne schädliche Inhaltsstoffe, verpackt in ein einfaches Papier - Die Reduktion auf das Wesentliche! 
 
Kein Mikroplastik, kein unnötiger Abfall, kein Palmöl. Dafür aber viel Pflege und zusätzlich ein gutes Gewissen. Ab jetzt wollte ich bewusst den Plastikmüll vermeiden. Das geschah natürlich nicht an einem Tag. Die grundlegenden Umstellungen im Leben dauern gewisse Zeit, aber sie bringen Früchte und erschließen neue Wege. 
 
Mein neuer Weg führte ganz einfach durch die Natur, die im Zentrum meines Lebens stand und steht. Eines Tages ging ich nach der Arbeit durch den Park in Wetschewell und ärgerte mich schwarz wegen Müll auf dem Wegesrand. Plötzlich fragte ich mich: Wieso warte ich auf jemanden, der für mich etwas tut? Das kann ich doch selbst! Und beim nächsten Mal war ich mit einem Müllbeutel und Putzhandschuhen bewaffnet. So war mein eigenes Projekt geboren – Mach Natur sauber. Ein Projekt für die Umwelt unter der Devise: Die Natur ist es wert, in Liebe gepflegt zu werden, weil wir ein Teil davon sind! 
 
Wie immer am Anfang war es schwierig, sich auf das Wesentliche zu fokussieren. In meinem Haushalt ging es ab jetzt um die Reduktion. Keine Produkte mehr mit Palmöl und so wenig wie möglich Plastikmüll. Und draußen in der Natur sammelte ich Müll. Dabei musste ich mein Verhalten vielfach ändern und habe daraus viel gelernt. 
 
Auch mit Seife musste ich lernen. Meine Haare sträubten sich dagegen. Klar, sie waren an alles andere gewohnt, als an die einfache Pflege. Ich hatte immer 2-3 verschiedene Shampoos. Plus Haarwasser, Conditioner, Haarmasken und mein besonders Merkmal war auf die Stylingprodukte gerichtet. Aber als ich auf die Inhaltsstoffe geschaut habe, bekam ich wieder einen Schock. Nicht nur Müll in meinem eigenen Haushalt, auch die Wasserverschmutzung im großen Stil. 
 
Brauche ich das? - Definitiv nicht! 
 
In diese Seifen von Aleppo habe ich mich sofort verliebt. 
Mein Lieblingsprodukt von Zhenobya ist… 
??? 
Tada - Haarwaschseife mit 7 Ölen und Propolis! 
Ich habe drei Anläufe mit Pausen dazwischen gebraucht bis meine Haare endlich glücklich waren. Und nicht nur die Haare, auch die Kopfhaut und ich.
 
 
Mittlerweile mache ich mir mein Shampoo selbst, indem ich die Haarwaschseife verflüssige. Danach kommt saure Rinse (Spülung mit Apfelessig) und sonst nichts. Im Jahr brauche ich drei Seifenstücke dafür. Meine Haare sind gesund und glänzen, meine Kopfhaut ist zufrieden und macht mir keine Probleme mehr. Es gibt keinen Plastikmüll, nur Papier und Glasflasche vom Apfelessig. Für mein Shampoo benutze ich einen Seifenspender, den ich immer wieder nachfülle. 
 
Genau das Gleiche gilt für meine Waschseife. Erst verflüssigen, dann genießen. Für Hände benutze ich aber gerne Seifenstücke. Bei Zhenobya gibt es tolle Duftrichtungen, z. B. Jasmin oder Damaszener Rose. Und aus einfacher Olivenseife kann man selbst tolle Duftseifen machen. Das Prinzip ist einfach: Zuerst verflüssigen, dann ein paar Tropfen ätherisches Öl (z. B. Lavendel) zufügen – fertig! Aus Olivenseife und Natron mache ich außerdem noch Geschirrspüler. Auch hier gilt Minimalismus mit seiner Reduktion auf das Wesentliche – pflegend sauber machen ohne unnötige Inhaltsstoffe und Abfall. 
 
Man sagt doch so schön – Man sieht sich immer zweimal im Leben. 
Also hat mich Minimalismus doch noch bekehrt und zeigte mir einen einfachen Weg, um glücklich und zufrieden mit sich selbst und der Umwelt zu sein. Ich  hatte meine ersten Erfolge, machte meine erste Schritte, noch wage, aber mit viel Elan. 
 
Nach und nach veränderte sich auch mein Verständnis für eigenes Konsumverhalten. Reduktion war ausschlaggebend. Ich beschäftigte mich mit Inhaltsstoffen, Nachhaltigkeit und versuchte bei mir zu bleiben, viele Werbeparolen funktionierten gar nicht mehr. Schokolade hat mich nicht mehr interessiert, auch die ganze Pflegeabteilung verlor ihren Reiz. Ich mistete in meinen Schränken aus und befreite mich von vielen Sachen, auch im Kopf. Das machte mich offener für neue Themen.
 
Das Wichtigste, was mit mir passierte -  ich wurde aktiv, nicht nur für mich selbst, sondern auch für etwas Großes. Ich habe beschlossen, das ganze Jahr hindurch bei jeder Möglichkeit den Müll in der Natur zu sammeln. Das war nicht nur eine Herausforderung, auch eine tolle Erfahrung in meinem Leben!  
 
Und das Schönste – auf einmal fühlte ich mich frei! 
 
Die Blogreihe geht weiter.
 

Mittwoch, 8. September 2021

Kleine Windmühle

Hier hat mir meine Stickmaschine geholfen und diese süße Windmühle in Rosa gestickt. Mit verschiedenen Glasperlen habe ich dann das Werk vollendet und erfreue mich an diesem Wandbehang aus schönem Leinen! Größe 24 x 39 cm. 

Samstag, 28. August 2021

Grüne Zukunft der Stadt: Schlusswort

Einleitung - Urban Gardening und die grüne Zukunft der Stadt
Teil 1 - Wie sieht die Zukunft unserer Städte aus?
Teil 2 - Dachbegrünung
Teil 3 - Vertikale Begrünung und andere Möglichkeiten
 
Ökologische Aspekte und Rettungsaktionen
 
Ökologie ist eine Wissenschaft für sich und hat für mich persönlich einen besonderen Reiz: Dieses Thema kann das ganze Leben füllen! Wenn man sich mit Natur beschäftigt, führt kein Weg daran vorbei. Ökologie umfasst die Lebensweise, Zusammenhänge und gegenseitigen Einfluss von Pflanzen, Tieren und Menschen. Dabei geht es auch u.a. um die Nachhaltigkeit, ökologische Aspekte und Arterhaltung. 

Das sind natürlich schwerwiegende Themen und ich bin keine Wissenschaftlerin. Es würde mich selbst langweilen, hier detailliert darüber zu schreiben. Also lasse ich einfach meinen Gedanken freien Lauf.
 
In dieser kleinen Reihe aus 5 Blogartikeln geht es um die Natur, die wir in die Innenstädte holen müssen, weil es für uns selbst wichtig ist. Meine Stadt Mönchengladbach hat sehr viele Grünflächen, tolle Parkanlagen, unzählige Naturschutzgebiete und sogar kleine Waldgebiete, die unberührt bleiben. In den letzten Jahren wird sehr viel für die Natur gemacht und das erfüllt mich mit Freude. Wir haben  schöne Blumenrabatte, die leere Lücken und freie Stellen füllen. Es sind auch viele naturbelassene Flächen entstanden, wo man die Pflanzen sich selbst überlässt. Auch Brennesel darf sich ausbreiten,  Rasen wird an manchen Stellen nicht mehr gemäht. Und, oh Wunder, man findet das gar nicht mehr als unordentlich - es fügt sich einfach wunderbar in das städtische Bild ein!
 
In diesem Jahr hat man auch ein großes Naturprojekt an der Niers angefangen
 
und ein Auen-Projekt in Wetschewell wurde schon erfolgreich beendet.
Das wertet unsere Stadt natürlich auf. Leider sehe ich diese grünen Maßnahmen nicht in unseren Ortszentren. Im Gegenteil, die Tendenz geht Richtung zubetonieren und bepflastern. Nicht Grün, sondern Grau.  

In jeder Stadt gibt es so eine Straße wie die Hauptsraße bei uns in Rheydt. Wenn wir nur die Natur zu uns einladen, wird sie sich schnell von alleine entfalten! Mit der Zeit entwickelt sich ein Ökosystem mit eigenem Lebensrhythmus. Begrünte Dächer in Kombination mit bepflanzten Gabionen können viel Leben entstehen lassen und positiven Einfluss auf das Kleinklima in der Innenstadt nehmen. Und das sind eben die ökologischen Aspekte. 
 
Als Basis habe ich Steine für beide Varianten der Begrünung gewählt. Steine bieten Lebensraum für viele Tiere. In den Nischen dazwischen entwickelt sich viel mehr Leben als wir uns vorstellen können. Ich habe in meinem eigenen Steingarten beobachtet, was alles darunter lebt. Ameisen bauen ihre Nester, Schnecken verstecken sich von der Sonne, Ohrwürmer fühlen sich tagsüber wohl, auch Eidechsen nutzen den Schatten und sogar Falterpuppen überwintern dort gerne!

Steine speichern tags Wärme und geben sie nachts langsam ab. In den kleinen Zwischenlücken bleiben Regentropfen "hängen", d.h. die Feuchtigkeit wird für Pflanzen erhalten bleiben und kühlt auch die Wurzel. Wenn ich die Steine bei mir im Steingarten umdrehe, sind sie immer etwas feucht, auch in heißen Tagen. Und Feuchtigkeit ist die beste Grundlage für das Moos.
 
Wir unterschätzen oft seine Bedeutung, aber in einem Ökosystem spielt Moos eine wichtige Rolle. Das speichert nicht nur Feuchtigkeit, sondern reinigt auch die Luft. Vögel benutzen Moos als Baustoff für ihre Nester. Viele Lebewesen sind an diese grüne Oase angewiesen, weil sie darunter ihre Verstecke und Nester haben. Und im Winter finden sie dort guten Schutz vor Kälte.
 
Das sind nur zwei Beispiele der ökologischen Aspekte, die zeigen wie wichtig das Zusammenspiel in der Natur ist. Wenn an einem Ende etwas weniger wird, wirkt sich das auch am anderen Ende aus! Alles hängt zusammen und viele Teile bilden ein Ganzes. Ohne Insekten gibt es z. B. keine Vögel.
 
Gestern habe ich einen Brief von Nabu bekommen: Helfen Sie mit! Retten wir gemeinsam Millionen Vögel vor dem Tod! Jeden Herbst wird Zypern zum Tatort, Zugvögel werden gefangen und als ein besonderes Festmahl gegessen... 
 
Die Welt ist grausam! Der Mensch ist grausam...

Eisbären und Pinguine haben keine Heimat mehr, Delphine und andere Meeresbewohner ersticken von unserem Plastikmühl, viele Tiere verbrennen im Regenwald wegen Ölpalmenanbau. Und die Wildbienen sterben... Die Liste ist lang... 
 
Retten-Retten-Retten! Wenn es ums Retten geht, dann ist es meistens schon zu spät. Als Retterin sehe ich mich nicht, vielmehr aber als Beschützerin. Das spricht mich viel mehr an. Die Natur in ihrer Vielfalt ist meine unendliche Inspirationsquelle! Mich faszinieren die Naturgeschöpfe, die uns umgeben, ob das Pflanzen, Insekten oder Tiere sind. 
 
Solange wir Natur als etwas Fremdes betrachten, bleibt sie irgendwo da draußen - sie begleitet uns nicht jeden Tag durchs Leben. Wenn wir aufmerksamer werden und ihre Schönheit entdecken, werden wir verstehen, dass wir ein Teil davon sind. Etwas Schönes möchte man bewundern und erhalten - also beschützen. Und genau hier muss man ansetzen! Dann braucht man nichts mehr zu retten...

Als Fazit kann ich sagen:
Ich hatte Spaß, dieses kleine Projekt zu machen! Einfach so aus Eigenintiative. Das war eine Herausforderung mit neuen Aufgaben und dabei habe ich viel gelernt.
 
Wir müssen u m d e n k e n! Nicht nur unsere Politiker, sondern wir Bürger auch. Wenn jeder sich Gedanken wegen Zukunft macht, entsteht ein kollektives Denken, das viel Kraft hat und viel in Bewegung setzen kann! Unsere Innenstädte brauchen unsere Initiative und neue Impulse, bevor es zu spät wird und wir an eine Rettungsaktion denken müssen. Beschützen ist die bessere Option ;-)

Donnerstag, 26. August 2021

Herz in Schwarz

 
Manchmal gibt es Projekte, die mir selbst nicht gefallen. Dann liegen sie irgendwo in der Kiste und warten auf die besseren Zeiten oder eine zündende Idee. Dieses Herz war in Silber und hing lange vor meinen Augen. Nicht, dass es mich störte, aber es machte mich auch nicht besonders glücklich. Dieses Projekt lief von Anfang an schief! Ich habe mehrere Anläufe gebraucht, um es fertig zu stellen und war zum Schluss doch nicht zufrieden. 
Jetzt habe ich das Herz kurzerhand umgestaltet und siehe da - so gefällt es mir! Ich habe es einfach  umlackiert und mit neuen Details verziert. In Schwarz hat es mehr Ausdruck und mehr Drama, auch viel mehr Kontrast zur Außenwelt. Dieses Herz kann sich behaupten - genau meine Idee. Der Schlüssel bringt gewisse Eleganz und die Blumen lockern das Ganze auf. Die Stoffblumen sind übrigens genau in dem Silberton wie der Schlüssel, keine Ahnung warum meine Kamera das so verändert. 
Interessant... das alte Engelsgesicht schimmert noch durch...

Mittwoch, 25. August 2021

Grüne Zukunft der Stadt: Teil 3

Einleitung - Urban Gardening und die grüne Zukunft der Stadt
Teil 1 - Wie sieht die Zukunft unserer Städte aus?
Teil 2 - Dachbegrünung
 
Vertikale Begrünung und andere Möglichkeiten
 
Vertikale Begrünung - klingt das nicht toll?
 
Es gibt mittlerweile ausgeklügelte Systeme, um die Wände und Mauern in eine grüne Oase zu verwandeln. Bei vertikaler Begrünung "sitzen" die Pflanzen in der vertikalen Fläche und wachsen nach vorne. In der Natur sind es Pflanzen, die normalerweise in den Mauerritzen oder zwischen den Steinen wachsen. Sie wissen gar nicht, dass sie eine vertikale Begrünung bilden - sie wachsen einfach.
 
Meine eigene Überlegung wie man mit weniger Aufwand die Innenstädte grüner gestalten kann, bewegte mich gedanklich in eine Richtung - Steine. So war das auch mit der Dachbegrünung, wo ich mich für einen Steingarten entschieden habe. Man hat gewöhnlich Beton und Steine in der Stadt, fast kaum Erde, wo die Pflanzen wachsen können. Genauso ist es auch auf der Hauptstraße in Rheydt, die ich als Beispiel genommen habe. Da ist kein Platz für die Blumenrabatte, es sei denn, man wird die Pflastersteine entfernen, was viel aufwendiger ist, als meine Ideen. 

Mit Steinen kann man viele schöne Projekte umsetzen. Das ist ein natürliches Material und muss nicht von weit her gebracht werden. Auch in meinem Garten habe ich eine Steinlandschaft und weiß, dass viele Lebewesen Steine als Unterschlüpf benutzen - also in Zwischenräumen gibt es genug Leben, obwohl es vielleicht für unser Auge nicht direkt sichtbar ist. Steine als Basis bilden ein eigenes Ökosystem.

Meine Inspirationen zu diesem Thema waren Gabionen (Steinkörbe), gefüllt mit Bruchsteinen.
Auch diese zwei Möglichkeiten ohne Steine finde ich super, das ist eine andere Art, die Fassaden zu begrünen und attraktiv zu gestalten
Also ich hatte genug Impulse, um meine eigene bescheidene Entwürfe zu machen.  
 
Das ist eine Steinkorb-Säule mit vertikaler Begrünung. Die Pflanzen hier werden in die Lücken zwischen Steinen platziert. Oben ist eine energiesparende "warm white" Lampe, die ein sanftes Licht produziert. Dieses Licht schont die Nachtschwärmer, die vom grellen Licht desorientiert und geblendet werden, was oft zum Tod führt. Über 80% der Schmetterlinge sind nachtaktiv, aus der Natur kennen sie nur das Mondlicht als nächtliche Beleuchtung.
Eine andere Variante für Blumenbeete, wo man auch Rankpflanzen setzen kann. Weil man keinen natürlichen Erdboden hat, benutzt man die Gabionen als Fassung für Mutteroden. Die Höhe und Breite kann man beliebig variieren. Ich kann mir sehr gut auch eine Sitzbank zwischen solchen Säulen vorstellen, da kann man schön sitzen und die Blumenvielfalt genießen
Und hier ist eine Kombination von beiden Varianten, sowohl vertikale Begrünung als auch Blumenrabatte, die ich persönlich gerne in die Länge ziehen würde, nur mein Blatt Papier reichte dafür nicht aus. In die Blumenbeete kann man alle möglichen Pflanzenarten setzen, wobei man natürlich  die Klimaveränderung berücksichtigen muss. Solche Gewächse wie Lavendel, Salbei, Thymian sind nicht nur Blütenreich, sie kommen auch mit trockenen Perioden gut zurecht. Auch Sukkulenten wie Steinwurz, Sedum sind prima für solche Steinkörbe geeignet. Ich tendiere aber mehr zur natürlichen Bepflanzung aus heimischen Blühpflanzen.

Warum finde ich diese Arten von Begrünung gut?
 
Triste Mauern, zubetonierte Straßen mit kahlen Fassaden und unschönen Ecken bieten durch die Bepflanzung einen Lebensraum für viele Kleintiere und Vögel - ein Gewinn für Mensch und Natur!
 
- Fassadengrün hält die Hitze fern. 
- Die begrünten Wände schlucken nicht nur den Schall, 
- sie tragen durch Verdunstung der Feuchtigkeit
- und Staubfilterung zur Verbesserung der Luft bei.
- Blumen ziehen Insekten an
- und dann auch Vögel und Fledermäuse 
- so entsteht ein natürlicher Lebenskreislauf mitten in der Stadt.
- Solche kleine Erholungsoasen bieten Menschen eine Möglichkeit sich zu entspannen.

Außerdem gibt es ein Phänomen: Schöne Strassen werden selten vermüllt! Die ästhetische Wirkung spielt eine große Rolle auch für das Wohlbefinden der Einwohner und Passanten.

Im abschließenden Teil geht es um die ökologischen Aspekte.